1605 Der erste Schwedenkrieg


Hans Maercker, a. a. O. Richard Wegner a. a. O.

Durch Bruch des Vertrags von Linköping in 1598 verlor Sigismund geboren 1587 König von Polen, die Herrschaft über Schweden, die er 1593 als Prinz des Hauses Wasa nach dem Tode seines Vaters, des Königs Johann angetreten hatte. Durch Waffengewalt gegen seinen Bruder Karl und nachfolgend gegen Gustav II, Adolf, versuchte er diesen Anspruch wieder durchzusetzen. {… }Zunächst spielte sich das Geschehen auf See ab. Doch schon bald griff der Krieg auch auf das Land über. Ab 1605 wurden die Kriegslasten auch auf dem Lande immer drückender. 1606 wurde in Neuenburg für die Bürger der sogenannte Kopfschoss, eine Steuer für das Kriegsvolk eingeführt. Am 8.Juli 1607 wurde angeordnet, dass innerhalb 14 Tagen, jeder Bürger ein Gewehr und über 6 Wochen einen Harnisch aufzuweisen habe. 1609 bis 1613 sind zahlreiche Einquartierungen belegt und bilden einen wesentlichen Teil der Kämmereirechnungen. Ab 1613 wurden Kriegsabgaben auch für die kleineren Städte des Landes eingeführt. Es ist plausibel, dass es der Bevölkerung des platten Landes nicht besser erging als der Bevölkerung in den Städten. Die Anforderungen an die Landbevölkerung waren hie und da maßlos und aufgrund einer Klage wurde von König Sigismund III., etlichen kleineren Ortschaften ein Schutz- und Befreiungsbrief von jedem Standquartier, militärischer Kontribution oder Hergabe von Lebensmitteln ausgestellt.

Das Gebiet des Schwetzer Kreises erreichte der Feldzug im Spätsommer des Jahres 1628. Der am 30. August 1628 von Feldmarschall Wrangel geführte Vorstoß gegen Mewe missglückte. Nach diesem missglückten Versuch, die Stadt Mewe einzunehmen, richtete sich der Feind gegen die anderen Städte. Am 14. September 1628 gelang es die Stadt Neuenburg, zu erobern. Durch Unachtsamkeit der Verteidigung, im Vertrauen auf die starke Befestigung der Stadt gelang den Schweden die Sprengung des Danziger Tores. Dadurch konnten die Schweden in die Stadt Neuenburg eindringen. Die schwedischen Befehlshaber gestatteten eine achtstündige Plünderung der Stadt. Dabei wurde weder Hab und Gut, noch Leben geschont. Der katholischen Bevölkerung und dem Kloster erging es besonders hart. Dieser Krieg war vom Fanatismus des Religionskrieges nicht frei. Eine über Erwarten reiche Beute fiel den Eroberern zu, weil die Landbevölkerung des Umlandes im Vertrauen auf die starke Befestigung der Stadt, ihre Habe dorthin geschafft hatte. Stadt und Umland waren ruiniert. 1629 schlagen unter Arnim 10000 Wallensteiner (Söldner) ihr Lager bei Schwetz auf.

In den folgenden Jahren wurden wichtige Dörfer des Umlandes als verwüstet bezeichnet. (1635 Sibsau, 1640 Groß Lubin, Companie, Cobelnitza und Schlosswiese, 1642 Poledno-Dworszyko, 1643 Osche). Diese Ortschaften werden genannt, weil es dokumentiert ist, dass deren Bewohnern von der Herrschaft Erleichterungen gewährt wurden. Vermutlich wurde kein anderer Bewohner des Kreises verschont. Der Krieg endete 1635 durch Vereinbarung über einen Waffenstilstand.