1440 – 1466. Die Städte in Pommerellen wehren sich gegen die hohen Steuern des Ordens


Dr. Bernh. Stadie, a. a. O., Wilhelm Fuhrmann, a. a. O.

Im Jahre 1440 traten gegen die Steuerbedrückungen des Ordens Adel und Städte zusammen und riefen König Casimir von Polen an. In der Folge gab es wieder Kriege, die Sieger und die Herrschaften wechselten ständig. Durch diese fortwährenden Kriege wurde das Land, dass sich noch nicht von den Verheerungen der Hussisten erholt hatte, aufs Neue verwüstet. Die Dörfer wurden geplündert und vebrannt. Die Bauern erschlagen und vertrieben. Viele Bewohner verließen freiwillig Haus und Hof, um das nackte Leben zu retten. Andere suchten im Heer der einen oder anderen Partei ein Unterkommen, um nicht Hungers zu sterben. 1461 gerät Stargard wieder in die Hände des Ordens. Der Ordenshauptmann lässt die Stadt niederbrennen und plündern. 1466 fällt Stargard nach schwerer Belagerung wieder in die Hände der Polen.

Allein in der Folge brachten den Deutschen Orden Schwelgerei, Verschwendung und Zwiespalt allmählich in Verfall, und die Regierung wurde bald so drückend, dass sich nach der unglücklichen Schlacht bei Tannenberg (1410), welche entscheidend für den Untergang des Ordens war, im Jahre 1440 der Landadel und die Städte Pommerellens zu einem Bunde gegen den deutschen Orden zu Marienwerder vereinigten, angeblich um ihre Rechte und Freiheiten aufrecht zu erhalten. Alle Versuche, die Streitigkeiten durch ein Landgericht zu schlichten, blieben ebenso erfolglos, als die Anstrengungen des Ordens, den Bund aufzulösen. Konitz, das anfänglich dem Städtebunde beigetreten war, trat zu Elbing aus demselben aus, indem sein Abgeordneter das Wachssiegel von der Urkunde abriß.