1435 Neubesiedlung der Koschneiderei.


Nelke

Nach den Verwüstungen der Hussitteneinfälle (1433) erfolgte eine Neubesiedlung aus der westniederdeutschen Gegend. Ihr tatkräftigster Förderer war der Konitzer Ratsherr und spätere Bürgermeister Jacob von Osnabrück, der zahlreiche neue Ansiedler aus seiner Heimat, dem Fürstbistum Osnabrück, in die entvölkerten Dörfer heranzog. Weitere Ortschaften wie Gersdorf, Harmsdorf, Jakobsdorf, Sternberg, Damerau, Gr. Zirkwitz, Obkas, Mosnitz, Henningsdorf, Döringsdorf entstanden und wurden von Koschneidern bewohnt. Ihre Umgangssprache war niederdeutsch. Dies kleine Bauernländchen der Koschneiderei mit seiner Handvoll Dörfern und seinen 9000 Seelen hat seinen deutschen Charakter bis 1945 durch all die Jahrhunderte unverändert erhalten können. Staatlich gehörte das Gebiet der Koschneiderei zunächst zum Herzogtum Pommerellen, seit 1308 zum Deutschen Ordensstaat, von 1466 bis 1772 zu Polen, von da ab bis 1920 zu Preußen bzw. zum Deutschen Reich, 1920 wieder zu Polen bis 1939, nach 1945 zu Polen.