1234 Einfall des deutschen Ritterordens aus Preußen


Dr. Bernh. Stadie, a. a. O. Seite 16

Swantopolc war Herrscher in Pommerellen. Inzwischen ist der deutsche Ritterorden nach Preußen gekommen, den Swantopolc anfänglich begünstigte und ihm vielen Zuschub leistete. Die Folge hiervon war, 1234 fielen die benachbarten Preußen in seine Länder und den Stargarder Kreis, besonders die Johanniter Güter Lübschau, Thure und Mahlin wurden arg verwüstet. Die Johanniter-Ritter flohen und kehrten erst nach Jahren zurück. Sie erhielten aufs Neue von Swantopolc ihre Güter Malelno und Thure bestätigt. Bald aber erkannte Swantepolc, dass der deutsche Orden ihm ein gefährlicher Gegner wurde. Dessen fortwährende Siege über die Preußen machte Swantepolc um sein eigenes Land besorgt. Er befürchtete, von dem immer mächtiger um sich greifenden germanischen Element, das bereits fest jenseits der Weichsel und in seinem Lande wurzelte, eine allmähliche Erdrückung der Nationalität seines Volkes. Deshalb schlug er sich zu den Feinden des Ordens, musste aber nach dem blutigen Kriege mit der Überzeugung Frieden schließen, dass es besser sei, mit dem deutschen Orden in Freundschaft zu leben. Er ahnte bereits den Untergang des Slavismus in diesen Gegenden.