1410 Schlacht bei Tanneberg / Grunwald.


Dr. Bernh. Stadie, a. a. O.

Der Krieg entbrannte, als Jagiel, früher Großfürst von Litauen, König von Polen wurde. Der Ausgang des Krieges war für den Orden ungünstig. In der Schlacht bei Tannenberg 1410 fiel die Blüte der Ordensritter auf dem Schlachtfeld, darunter der tapfere Vogt aus Dirschau, Matthias von Bebern.
Nach dieser Schlacht drangen die wilden Scharen der Polen und Tartaren in das Gebiet des Ordens. Auch der Stargarder Kreis empfand die Rache der Sieger; besonders hatte die ehrwürdige Abtei von Pölplin, … auf Anstiften des Bischofs von Kujawien viel zu leiden. Sie wurde zum Teil verwüstet und Abt und Mönche schändlich misshandelt. In dem der Abtei benachbarten Subkau, dem heutigen Dorfe, hielt der Bischof von Kujawien in seinem Schlosse Tafel mit den polnischen Anführern, während alle umliegenden, dem Kloster Pelplin und dem Orden gehörigen Ortschaften, ausgeraubt wurden. Auch Stargard und Dirschau fielen in die Hände der Polen. Der Orden bat um Frieden; der König schlug die Bitte des Hochmeisters ab; aufs Neue entbrannte der Kampf; Marienburg des Ordens Haupthaus widerstand.
Neue Söldnerhaufen kamen aus Deutschland. Mewe, Dirschau und Stargard kamen im Herbst desselben Jahres wieder in die Hände des Ordens, aber Dirschau war ohne Proviant, ohne ordentliche Kriegsausrüstung. Die Not war groß; alles umher war verwüstet. Darum drängte es den Hochmeister zum Frieden, der 1411 bei Thorn zustande kam, in welchem der Orden für die Lebenszeit des Königs von Polen und Großfürsten von Litauen Samaiten an Polen abtrat und augenblicklich Ruhe und Erholung erlangt; aber des Ordens Kraft war dahin; nie hat er sich wieder von diesem Schlag erholt.