1466 Der Frieden von Thorn und die Zeit danach


Dr. Bernh. Stadie, a. a. O., Wilhelm Fuhrmann, a. a. O.

Im Thorner Frieden kam Pommerellen wieder zu Polen. Dr. Stadie beschreibt das Aussehen des Landes wie folgt:{ }Fast überall starrten den Wanderer verbrannte Trümmer an, überall waren verwüstete, zerstörte Dörfer. Von Saaten keine Spur, die waren von Rosshufen in den Boden getreten. Kein Ackerbau fand statt, Vieh war nicht vorhanden. Nur hie und da sah man in einem Dorfe ein menschliches Gesicht. Die meisten Bauern waren erschlagen oder irrten in den Wäldern umher. Erst allmählich kam alles wieder in Kultur, um bald wieder dem Untergange geweiht zu werden.

Als endlich auf beiden Seiten der Wunsch nach Frieden sich regte, kam derselbe am 19. Oktober 1466 zu Thorn zustande. Pommerellen wurde durch denselben an Polen abgetreten und gehörte von jetzt ab zu Polnisch-Preußen, im Gegensatz zu Alt-Preußen, welches dem Orden unter polnischer Lehnshoheit verblieb. Zu Polnisch-Preußen gehörte von da ab alles Land im Westen der Weichsel, auf der Ostseite derselben aber das Kulmerland mit Löbau und Michelau, die Gebiete von Stuhm, Christburg, Marienburg, Elbing und Tolkemit sowie das ganze Bistum der Bischöfe von Ermland. Im Thorner „ewigen Frieden“ wurde ausdrücklich bestimmt, daß Polnisch-Preußen als ein selbstständiges Land bestehen bleiben und nur in eine Personalunion mit der Krone Polen treten sollte.